Hochwasserschutz dank automatisierter 5-Achs Technologie
Der Naturpark Maribo-Seen auf der Insel Lolland in Dänemark hat aufgrund zunehmend extremer Niederschläge immer öfter mit Überschwemmungen zu kämpfen. Da das 1926 errichtete Pumpwerk den rasant steigenden Wassermassen nicht mehr gewachsen war, wurde die HOMA Pumpenfabrik 2017 mit der Optimierung beauftragt. Zwei leistungsfähige Propellerpumpen erlauben seither eine zuverlässige Regelung der Wasserstände. Dies ist nur eins von vielen Beispielen für den Einsatz von Abwasser- und Schmutzwasserpumpen des Unternehmens aus Neunkirchen-Seelscheid. 265 erfahrene Mitarbeiter gewährleisten hier von der Entwicklung und Konstruktion bis zum Bau der Pumpen und zugehörigen Elektromotoren sowie deren Montage reibungslose Prozesse. Die finale Abnahme erfolgt in bis zu zehn Meter tiefen Testbecken. Einen großen Anteil an der hohen Fertigungstiefe hat die mechanische Bearbeitung – seit über 20 Jahren mit CNC-Technologie von DMG MORI. Sie ist seit 2021 in einer neuen Fertigungshalle mit 6.500 m² Fläche untergebracht. Ausreichend Platz für die erforderliche Kapazitätserweiterung. Denn um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, setzt HOMA hier auf konsequente Modernisierung durch Komplettbearbeitung und Automation. Eine DMU 125 P duoBLOCK mit PH Cell 2000 sowie eine DMU 50 und DMU 65 H monoBLOCK, die mit Hilfe eines PH Cell Twin autonom arbeiten, sind die Highlights in der Fertigung. Hinzu kommen eine ebenfalls automatisierte CTX beta 800 4A und eine CLX 550 TC.
Weltweit im Einsatz: von der Gebäudetechnik bis zum Hochwasserschutz
„Überflutungen machen deutlich sichtbar, wie wichtig leistungsfähige Pumpen sind, aber auch abseits solcher Extremsituationen ist die Bewältigung von Ab- und Schmutzwasser eine große Herausforderung, zum Beispiel in der Gebäudetechnik und in der Industrie“, erklärt Michael Sulzbach, Geschäftsführer HOMA Pumpenfabrik. „Sie ist ein entscheidender Teil der Infrastruktur, der sich meist unterirdisch im Verborgenen abspielt.“ HOMA arbeite mit einem umfangreichen Baukastensystem, um für die unterschiedlichsten Anwendungen passende Lösungen anbieten zu können. „Die größten Pumpen fördern mehrere tausend Liter pro Sekunde. So regeln beispielsweise auf der künstlichen Wohninsel The Palm in Dubai 350 Pumpen das Abwasser. Auch die Stadtentwässerung von Riad in Saudi-Arabien sowie die Abwasser- und Entwässerungssysteme am internationalen Flughafen von Hongkong setzen auf Pumpentechnik von HOMA. „Prozesssicherheit ist in allen Fällen das wichtigste Kriterium – und das weltweit“, ergänzt Michael Sulzbach. Rund 60 Prozent der Projekte sind im Ausland.“
Zukunftssicher fertigen mit Komplettbearbeitung und Automation
Damit die Pumpen zuverlässig arbeiten, legt HOMA Wert auf eine qualitätsorientierte Fertigung. Sowohl die Pumpen als auch die zugehörigen Elektromotoren produziert das Unternehmen vollständig in eigener Regie. Die Genauigkeitsanforderungen der Grauguss- und VA-Stahl-Komponenten sind hoch – bei vielen Passungen im µm-Bereich. „Stabile und präzise Werkzeugmaschinen sind deshalb unerlässlich“, findet Markus Krämer, Projekt- und Prozessmanagement bei HOMA. „Die Bearbeitungszentren und Drehmaschinen von DMG MORI haben über viele Jahre hinweg bewiesen, dass sie hohe Anforderungen erfüllen.“ Deshalb sei der Werkzeugmaschinenhersteller auch bei den jüngsten Investitionen die erste Wahl gewesen. „Nicht zuletzt auch, weil DMG MORI innovative Wege in der Fertigung geht.“ Markus Krämer verweist insbesondere auf die Komplettbearbeitung und flexible Automationslösungen. „Viele Bauteile wurden früher auf drei oder vier Maschinen bearbeitet – ein langwieriger Prozess inklusive Liegezeiten.“, so Markus Krämer. Mit den 5-achsigen Bearbeitungszentren von DMG MORI habe man die Durchlaufzeiten drastisch reduziert – für nahezu jede Bauteilgröße. „Die PH Cell Palettenhandlings entlasten außerdem die Mitarbeiter und schaffen Freiraum für höherwertige Tätigkeiten.“
Flexible und autonome Serienfertigung
Mit den drei neuen 5-Achs-Bearbeitungszentren und Palettenhandlings deckt HOMA ein sehr breites Bauteilspektrum ab: Das PH Cell 2000 an der DMU 125 P duoBLOCK bietet Platz für 13 1000 x 800 mm große Paletten. Das große Radmagazin mit 243 Werkzeugplätzen ermöglicht eine variantenreiche Fertigung. „Wir verwenden viele Sonderwerkzeuge, beispielsweise zum Ausspindeln der Elektromotoren“, begründet Markus Krämer die Magazingröße. Besonders beeindruckt habe ihn die schnelle Inbetriebnahme. „DMG MORI hat die Maschine innerhalb von vier Tagen komplett aufgebaut.“ Das PH Cell Twin stellt insgesamt 24 Paletten – 19 Stück mit 300 x 300 mm, fünf mit 500 x 500 mm – bereit. Das Palettenhandling ist so konzipiert, dass es zwei Maschinen gleichzeitig bedient, in diesem Fall eine DMU 50 und eine DMU 65 H monoBLOCK. Auf den beiden Bearbeitungszentren produziert HOMA auch größere Serien bis 1.500 Teile. „Die Kombination der beiden Modelle macht die Fertigungszelle sehr flexibel“, so Markus Krämer. „Die DMU 65 H monoBLOCK ist besonders für Bauteilgeometrien geeignet, bei denen ein perfekter Spänefall erforderlich ist.“
Bei der Modernisierung im Drehbereich konzentriert sich HOMA ebenfalls auf die Komplettbearbeitung. „Die CTX beta 800 4A verfügt dank des TWIN-Konzeptes über eine quer verfahrbare Gegenspindel-Reitstock-Kombination, so dass wir längere Bauteile stützen können, und parallel auf der Gegenspindel die rückseitige Bearbeitung durchführen können“, beschreibt Markus Krämer die Ausstattung. Die CLX 550 TC gehe einen Schritt weiter: „Mit der compactMASTER Dreh-Frässpindel bearbeitet sie auch komplexe Geometrien 6-seitig in einer Aufspannung.“ Damit seien beide Modelle prädestiniert für die Serienbearbeitung von Wellen für Elektromotoren.
Effizienter durch digitalisierte Prozesse
Die Transformation hin zu einer zukunftssicheren Fertigung bedeutet für HOMA auch, sich auf digitale Tools zu konzentrieren. „Die CELOS-Steuerung der Maschinen bietet dafür einen optimalen Einstieg“, beurteilt Markus Krämer die intuitive Benutzeroberfläche. „Durch den Messenger sind wir jetzt in der Lage, Maschinenzustände zu beobachten und tatsächliche Produktionsdaten zu sammeln.“ Auf dieser Basis könne man die Produktion weiter optimieren. Grundsätzlich arbeitet HOMA bereits mit einem ERP-System, das die Aufträge automatisch priorisiert und an die Maschinen übermittelt. Auch im Service weiß Markus Krämer die Digitalisierung zu schätzen: „Das Online-Kundenportal my DMG MORI sorgt für eine schnelle Übermittlung von Servicefällen und eine transparente Problemlösung.“
Moderne Fertigungsumgebung für die Fachkräfte der Zukunft
Moderne Werkzeugmaschinen und eine digitale Fertigungsumgebung haben für Michael Sulzbach auch ungeachtet der besseren Produktivität einen hohen Stellenwert – mit Blick auf das Personalmarketing: „Es ist eine große Herausforderung, gute Fachkräfte und Azubis zu finden. Zeitgemäße CNC-Technologie macht die Arbeitsumgebung definitiv attraktiver.“ Zehn Auszubildende beschäftigt HOMA aktuell.
Machining Transformation für gesundes Wachstum
Das starke Wachstum der vergangenen Jahre – 2024 gab es einen Rekordumsatz – möchte HOMA fortsetzen. „Ein großer Teil fällt auf das Neukundengeschäft, weil unsere Pumpen über viele Jahrzehnte zuverlässig arbeiten“, blickt Michael Sulzbach auf die Geschäftsentwicklung. „Aber auch ältere Pumpwerke wie das in Dänemark werden nach und nach auf effizientere Lösungen umgerüstet.“ Mit der ganzheitlichen Neuausrichtung in der Fertigung gehe HOMA den richtigen Weg. Er steht ganz im Einklang mit der Machining Transformation (MX) von DMG MORI. Automatisierte, digitalisierte Abläufe mit integrierten Prozessen steigern sowohl die Produktivität als auch die Wirtschaftlichkeit. „Auch wir sehen darin die beste Möglichkeit für gesundes Wachstum“, stimmt Michael Sulzbach diesem Ansatz zu. HOMA sei in den vergangenen Jahren stark gewachsen. „Allein der Austausch alter Maschinen durch innovative Fertigungslösungen bringt uns ein ganzes Stück weiter. Zusätzliche Anschaffungen und eine erneute Vergrößerung der Produktionsfläche sind Optionen, die in Zukunft daran anschließen.“
HOMA Pumpenfabrik GmbH
Industriestraße 1
53819 Neunkirchen-Seelscheid
HOMA Pump
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